Pressefotos zum Download

Prof. Dr. Michael Kunze, Vorsitzender ISW-TBE; Institut für Sozialmedizin, Zentrum für Public Health, Medizinische Universität Wien
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Abdruck honorarfrei bei Nennung ISW-TBE

Prof. Dr. Pier Luigi Lopalco, European Centre for Disease Prevention and Control, Sweden
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 Prof. Dr. Jochen Süss, Friedrich Löffler-Institute Jena, Germany
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Prof. Dr. Franz X. Heinz, Leiter des Instituts für Virologie, Medizinische Universität Wien
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DDr. Martin Haditsch, Institute for Hygiene, Microbiology and Tropical Medicine, Elisabethinen Hospital Linz
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Prim. Dr. Ulf Baumhackl, Private Practice of Neurology and Psychiatry, St. Pölten
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Christine Freund, Selbsthilfegruppe Zeckenopfer
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Abdruck honorarfrei bei Nennung ISW-TBE

Expertengruppe ISW-TBE
(v.l.n.r.: Kunze, Baumhackl, Süss, Freund, Lopalco, Haditsch, Heinz) Foto-Copyright: Alex Tobias 2009 Abdruck honorarfrei bei Nennung: ISW-TBE

Life-Impfung: DDr. Haditsch impft Prof. Süss
Foto-Copyright: Alex Tobias 2009 Abdruck honorarfrei bei Nennung: ISW-TBE

Life-Impfung: DDr. Haditsch impft Karin Herzele (Hausarzt)
Foto-Copyright: Alex Tobias 2009 Abdruck honorarfrei bei Nennung: ISW-TBE
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(Wien, 29. Jänner 2009) – Die Auswirkungen der Klimaerwärmung wirken sich seit kurzem auch auf die Verbreitungsregionen von Zecken aus. Nicht nur, dass mit dem FSME-Virus infizierte Zecken in immer mehr Ländern entdeckt werden, so wurden diese im Jahr 2008 erstmals auf über 1.500 Metern Seehöhe registriert. Folglich ist eine steigende Anzahl von Wanderern (Bergwandern, Trekking, Mountain-Bike-Wanderungen) diesem neuen Risiko ausgesetzt. Zudem fordert die ISW-TBE, dass eine FSME-Impfung für Reisende in endemische Gebiete zur standardisierten reisemedizinischen Präventionsmaßnahme zählt. FSME ist eine Erkrankung des zentralen Nervensystems, die laut World Health Organisation (WHO) im Krankheitsfall bei 35 bis 58 Prozent der Betroffenen bleibende Schäden verursacht, zu Lähmungen führt und in manchen Fällen auch tödlich verlaufen kann. Pro Jahr werden europaweit ca. 10.000 Fälle von FSME nach einem infizierten Zeckenbiss registriert.
FSME-Übertragung durch Ziegenkäse
Im Jahr 2008 wurde erstmals ein außergewöhnlicher Fall in Österreich bekannt:
Eine aus Vorarlberg stammende Familie ist über einen selbst hergestellten Ziegenkäse am FSME-Virus erkrankt. Der Grund: die hauseigene Ziege war vom Virus befallen. Durch die Milch der Ziege wurde das gefährliche Virus übertragen. Dieser Fall ereignete sich auf einer Seehöhe von über 1.500 Metern. „Das ist ein weiterer Fall, bei dem über die Nahrung das Virus übertragen wurde. Dennoch ist festzuhalten: Wäre die Familie geimpft gewesen, hätte man diesen Fall vermeiden können“, stellt Prof. Dr. Franz X. Heinz vom Institut für Virologie an der Medizinischen Universität Wien fest.
Mobilität birgt erhöhtes Risiko
Unsere moderne Lebensform erlaubt uns eine große Mobilität, die viele Vorteile, aber leider auch die Gefahr der zunehmenden Verbreitung von Krankheiten und Seuchen birgt. Das FSME-Virus wird zwar nicht von Mensch zu Mensch übertragen, aber viele Reisende vergessen oftmals präventive Schutzimpfungen vor Eintritt in ein endemisches Gebiet, mit möglicherweise schweren Folgen. „Basierend auf statistischen Daten ist das Risiko in hoch-endemischen Gebieten, das ist vorwiegend in Zentraleuropa, an FSME zu erkranken vergleichbar mit dem Risiko in Indien Typhus zu bekommen. Man rät jedem Indienreisenden, sich gegen Typhus impfen zu lassen, aber auf eine FSME-Impfung wird leider nur selten hingewiesen“, so DDr. Martin Haditsch vom Institut für Hygiene, Mikrobiologie und Tropenmedizin im Krankenhaus der Elisabethinen Linz. Gegen diese Lücke setzt sich besonders Prof. Dr. Pier Luigi Lopalco vom Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) in Schweden ein. ECDC ist eine EU-Agentur zum Schutz vor infektiösen Erkrankungen und arbeitet europaweit mit nationalen Gesundheitsinstitutionen zusammen. „Obwohl FSME noch nicht in die Liste der meldungspflichtigen Erkrankungen auf EU-Level fällt, betreiben wir von ECDC starke Aufklärungsarbeit mit dem Ziel einer noch höheren Impfpraxis“, so Lopalco. Denn nach wie vor ist eine nachträgliche Bekämpfung des Virus nicht möglich. Auch Prim. Dr. Ulf Baumhackl, Neurologe und Psychiater aus St. Pölten, konstatiert, dass FSME ein hohes neurologisches Risiko birgt und Betroffene oftmals intensivmedizinische Behandlungen benötigen.
Aktuelle FSME-Epidemiologie
FSME ist in 16 europäischen Ländern (Österreich, Tschechien, Estland, Finnland, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Lettland, Litauen, Norwegen, Polen, Russland, Slovakei, Slovenien, Schweden, Schweiz) meldepflichtig. „Seit dem Jahr 1990 wurden europaweit mehr als 157.500 Fälle einer FSME-Infektion dokumentiert. Das entspricht 8.755 pro Jahr. Obwohl Österreich aufgrund der klimatischen Bedingungen ein hohes FSME-Risiko aufweist, konnte aufgrund der hohen Durchimpfungsrate in Österreich die Zahl der Opfer von 677 Fälle im Jahr 1979 auf 86 Fälle im Jahr 2008 reduziert werden“, so Prof. Dr. Jochen Süss vom Friedrich-Löffler-Institut in Jena. Die Zahl der FSME-Fälle ist von 2007 auf 2008 leicht gestiegen. Dieser Trend des Anstiegs von 2007 auf 2008 zeigt sich im gesamten Mitteleuropa. Von einer FSME-Erkrankung sind häufiger Männer als Frauen betroffen. „Man kann sagen, dass die obigen Zahlen für sich sprechen und deutlich die Wichtigkeit einer gezielten Aufklärung sowie Maßnahmen im Gesundheitssystem fordern“, meint Süss.
Auch Selbsthilfegruppe warnt vor FSME
Die Selbsthilfegruppe „Zeckenopfer“ wurde im Jahre 1986 gegründet und kämpft seitdem für die nationale sowie internationale Aufklärung über FSME. Ziel dieser SHG ist, dass Betroffene ihre Erfahrungen an die Öffentlichkeit weitergeben, um so die Gefährlichkeit dieser Erkrankung sichtbar zu machen. Die Mitglieder dieses Vereins leiden zum Teil stark an den Auswirkungen eines Zeckenbisses, wie z.B. Konzentrationsschwierigkeiten, verminderte Leistungsfähigkeit, depressiven Verstimmung, psychischen Defekten etc.
Christine Freund von der Österreichischen Selbsthilfegruppe Zeckenopfer macht noch einmal deutlich: „FSME ist eine zu 99 Prozent vermeidbare Erkrankung! Viele unserer schwerstbehinderten Mitglieder würden gerne das Rad der Zeit zurückdrehen und sich impfen lassen.“ Die Botschaft von den Betroffenen an Nichtgeimpfte ist ganz klar: Nur eine rechtzeitige Impfung schützt!
10 Jahre ISW-TBE
Seit mehr als zehn Jahren kämpft die internationale Gesellschaft ISW-TBE gegen das lebensbedrohliche Virus FSME. Sie setzt sich aus internationalen anerkannten wissenschaftlichen Experten aus den endemischen Regionen zusammen. „Gemeinsam arbeiten wir erfolgreich auf hohem wissenschaftlichen Niveau und mit intensivem Einsatz für die Aufklärung und Verantwortung zum Thema FSME“, so der Vorstand der ISW-TBE Prof. Dr. Michael Kunze, Institut für Sozialmedizin, Medizinische Universität Wien.
Anlässlich des 10-jährigen Bestehens der Gesellschaft veröffentlicht sie im Jänner 2009 eine Festschrift mit einem umfassenden Rückblick auf alle wesentlichen Aktivitäten und Erfolge ihrer Arbeit.
Experten und Journalisten können diese Festschrift direkt und kostenlos über die Public Health PR anfordern.
Weitere Informationen finden Sie unter www.ISW-TBE.info, www.TBE-prevention.info und www.tick-victims.info.
DOWNLOADS
Presseinformation: Auch für Zecken geht es steil bergauf Press statement: Ticks hike to hitherto unkown heights
Statement Prof. Dr. Michael Kunze
Statement Prof. Dr. Pier Luigi Lopalco
Statement Prof. Dr. Jochen Süss
Statement Prof. Franz X. Heinz
Statement DDr. Martin Haditsch
Statement Prim. Dr. Ulf Baumhackl
Statement Christine Freund
CV Kunze
CV Lopalco
CV Süss
CV Heinz
CV Haditsch
CV Baumhackl
CV Freund
Präsentation Kunze
Präsentation Lopalco
Präsentation Süss
Präsentation Heinz
Präsentation Haditsch
Präsentation Baumhackl
Präsentation Freund
Rückfragehinweis:
Mag. Michael Leitner, MAS
Public Health PR
Tel: 01/602 05 30-0
E-Mail: info@publichealth.at
www.publichealth.at
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