Gesundheit im Wandel

Die Sensibilität gegenüber dem Thema Gesundheit wächst in weiten Bevölkerungskreisen. Ursachen hierfür sind unter anderem steigende Kosten im Gesundheitswesen, Reformen bei der Krankenversicherung und die damit verbundene Forderung nach einer höheren Selbstverantwortung der Verbraucher.

Mit dem Wegfall der Rundum-Versorgung zum Nulltarif wächst das Bewusstsein für die eigene Gesundheit, für Prävention und Selbstmedikation. Patienten werden zu Kunden und Krankenhäuser zu Dienstleistungszentren. Voraussetzung ist eine breite Informationsbasis, die eigenständiges Handeln für die eigene Gesundheit ermöglicht.

Seriöse Aufklärung zu Krankheit, Diagnose und Therapie auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse und von Erfahrungsberichten hat einen hohen Nutzwert für Patient und behandelnden Arzt. Denn aufgeklärte Patienten zeigen sich deutlich zufriedener mit therapeutischen Entscheidungen ihres Arztes. Und Mediziner erkennen ebenfalls immer mehr, dass ein informierter Patient auch für ihre Arbeit ein Gewinn sein kann.

Gut informierte Patienten wirken aktiv an ihrer Behandlung mit. Sie entwickeln ein Verständnis für den Mechanismus der Erkrankung und den Ansatz der Therapie. Empfehlungen des Therapeuten können so eher angenommen und tatsächlich umgesetzt werden, was letztendlich Lebensqualität-Verbesserung und Kosteneinsparung bedeutet.

 

Zwei Begriffe fallen in diesem Zusammenhang.

Empowerment: Patienten zu befähigen, bei medizinischen Entscheidungen als gleichberechtigte Partner aktiv zu partizipieren.

Shared Decision Making: Im Modell des Shared Decision Making bringen beide Partner Informationen ein – der Patient über seine Präferenzen und Ziele, der Arzt über die empirische Evidenz – und handeln gemeinsam eine Entscheidung über die Behandlungsstrategie aus, für deren Umsetzung sich beide verantwortlich fühlen. Direkte und gezielte Kommunikation mit den Patienten gewinnt an Bedeutung.

Sie macht ihn unabhängiger von der alleinigen Entscheidungsgewalt des Arztes, der zwar nach wie vor eine zentrale Bezugsquelle in Gesundheitsfragen ist, aber eben nicht mehr die ausschließliche. So finden z.B. rund zwei Drittel der Bevölkerung die direkte Information von pharmazeutischen Unternehmen gut bzw. sehr gut.

Es entsteht ein neues Kommunikationsnetzwerk, in dem Informationen über Forscher, Unternehmen und deren Entwicklungen und neue Behandlungsstrategien aus den Medien, dem Internet und der Erfahrungsaustausch mit Freunden und Bekannten von besonderem Belang sind. Auch die Prävention ist ein wichtiges Anliegen, denn die Prävention wird mitentscheidend für die Zukunft von Sozialsystemen sein.

Public Health
als neuer Weg

Public Health ist interdisziplinär.

Public Health dient der Gesundheitsförderung.

Public Health fördert die Systemgestaltung im Gesundheitswesen

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Die renommierte medizinische Fachzeitschrift „The Lancet“ definierte Public Health als „die Wissenschaft und Kunst, durch zielgerichtete gesellschaftliche Anstrengungen Krankheiten zu mindern, Leben zu verlängern und Gesundheit zu fördern.“

Zu den Themen dieses Faches gehören

  • die Bestimmung von Gesundheit und Krankheit in der Bevölkerung ebenso wie
  • effektive und effiziente Ansätze zur Verbesserung der Gesundheit und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität.