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  Univ. Prof.in Dr.in Alexandra Kautzky-Willer, Univ.-Klinik f. Innere Medizin III, Abtlg. f. Endokrinologie und Stoffwechsel, MedUni Wien und President elect der Österreichischen Diabetes Gesellschaft
Copyright: MedUniWien/F. Matern

  Ass. Prof.in Priv. Doz.in Dr.in Yvonne Winhofer-Stöckl, PhD, Univ.-Klinik f. Innere Medizin III, Abtlg. f. Endokrinologie und Stoffwechsel, MedUni Wien und Secretary elect der Österreichischen Diabetes Gesellschaft
Copyright: MedUniWien/F. Matern

  Dipl. Päd.in Bettina Blanc-Kauffmann, Betroffene, Lehrerin und Mutter dreier Kinder
Copyright: privat

Univ.-Prof. Dr. Hermann Toplak, von der Ambulanz für Lipidstoffwechsel der Universitätsklinik für Innere Medizin der Medizinischen Universität Graz und Präsident der Österreichischen Diabetes Gesellschaft
Copyright: Wustinger

 

  Logo des Weltdiabetestages
Copyright: IDF

Weltdiabetestag 2017: Fokus auf Frauen

Die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) ruft alle Frauen auf, ihr Gesundheitswissen zu verbessern.

(Wien, 8. November 2017) – Am 14. November ist der internationale Weltdiabetestag, der jedes Jahr auf die Gefahren dieser weltweit viel zu häufigen Erkrankung aufmerksam macht. Dieses Jahr wird die spezielle Situation von Frauen mit Diabetes thematisiert. Frauen werden zu anderen Zeitpunkten in ihrem Leben mit der Erkrankung konfrontiert, andere Risikofaktoren zeichnen sich in der Forschung ab und sogar die gängigen Behandlungen haben auf Frauen andere Auswirkungen als auf Männer. Die Expertinnen und Experten der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG) fordern, dass bei dieser Volkskrankheit die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Gendermedizin sowohl bei der Früherkennung als auch bei der Behandlung entsprechend berücksichtigt werden. Weiters ruft die ÖDG auch alle Frauen auf, sich mit den Themen Ernährung und Bewegung auseinander zu setzen, da sie einen großen Einfluss auf die gesundheitliche Zukunft unserer gesamten Gesellschaft haben.

„Diabetes selbst ist nicht ansteckend und doch verbreitet sich die Erkrankung mit einer rasenden Geschwindigkeit über den gesamten Erdball, weil der Lebensstil, der diese Erkrankung fördert, ansteckend ist“, erklärt der Präsident der Österreichischen Diabetes Gesellschaft, Univ.-Prof. Dr. Hermann Toplak von der Ambulanz für Lipidstoffwechsel der Universitätsklinik für Innere Medizin der Medizinischen Universität Graz. „Unsere Städte, unsere Arbeitswelt aber auch unser Freizeitverhalten und unser Familienleben führen zu einem erhöhten Diabetesrisiko. Darum ist es wichtig jedes Jahr am Weltdiabetestag darauf hinzuweisen.“

Frauen und Diabetes

Dieses Jahr steht der Weltdiabetestag unter dem Motto „Frauen und Diabetes“. Das weibliche Hormon Östrogen hat zwar eine gewisse Schutzfunktion gegenüber der Erkrankung, doch dies bedeutet nur, dass Frauen in anderen Lebensstadien mit der Erkrankung konfrontiert werden. Erst in den letzten Jahren wurden die geschlechtsspezifischen Ursachen, Risikofaktoren und Folgen des Diabetes untersucht. Weiters ist es noch immer so, dass Nebenwirkungen bei manchen Diabetesmedikamenten Frauen anders treffen als Männer.

„Um in der Prävention, Früherkennung und Behandlung von Diabetes Frauen und Männer gleich gut versorgen zu können, brauchen wir eine genderbewusste Diabetes-Forschung“, betont die zukünftige Präsidentin der ÖDG, Univ. Prof.in Dr.in Alexandra Kautzky-Willer von der Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel der Universitätsklinik für Innere Medizin III der Medizinischen Universität Wien.

Doppelbelastung als Gesundheitsrisiko

Die doppelte Belastung von Frauen durch Beruf und Familie wirkt sich auch gesundheitlich auf Frauen aus. Bei Frauen führen psychosozialer Stress und Stress im Job sowie mangelnde Entscheidungsfreiheit bei großem Arbeitsdruck oder Schlafmangel häufiger zu Diabetes als bei Männern. Besonders gefährdete Gruppen sind Alleinerzieherinnen und Migrantinnen.

Die gesundheitliche Gestaltungskraft der Frauen

Die Österreichische Diabetes Gesellschaft möchte am Weltdiabetestag nicht nur das Leiden der Frauen aufzeigen, sondern auch ihre Gestaltungskraft betonen. Kautzky-Willer erläutert: „Frauen sind in unserer Gesellschaft die wichtigsten Multiplikatoren für einen gesunden Lebensstil. Bereits vor der Geburt beeinflussen sie die gesundheitliche Zukunft ihrer Kinder. Der Einsatz der Frauen reicht auch bis zum Ende des Lebens, da die Pflege alter Menschen – und viele davon sind an Diabetes erkrankt – zum überwiegenden Teil von Frauen getragen wird. Somit sind sie eine wesentliche Schaltstelle, wenn es darum geht, die Gesellschaft auf Diabetes aufmerksam zu machen und zu aktivieren. Darum ist es entscheidend das Gesundheitswissen und Selbstbewusstsein aller Frauen zu stärken, da sie die gesundheitliche Zukunft unserer gesamten Gesellschaft prägen.“

Diabetes und Schwangerschaft

Der Schwangerschaftsdiabetes (GDM) betrifft in Österreich ca. zehn Prozent aller Schwangerschaften und auch bei dieser Form des Diabetes ist mit einer Steigerung zu rechnen. Ass. Prof.in Priv. Doz.in Dr.in Yvonne Winhofer-Stöckl, PhD, von der Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel der Universitätsklinik für Innere Medizin III der Medizinischen Universität Wien, erklärt: „Wir beobachten eine deutliche Zunahme von Übergewicht und Adipositas bei gebärfähigen Frauen, was zur Folge hat, dass der Schwangerschaftsdiabetes häufiger wird und früher im Verlauf der Schwangerschaft eintritt. Dies bedeutet zusätzliche Risiken für Mutter und Kind. Daher ist es wichtig, Frauen mit erhöhtem Diabetes-Risiko rechtzeitig zu identifizieren, also schon beim ersten Arzttermin zu Beginn der Schwangerschaft zu testen. Für alle anderen Frauen, unabhängig von Alter und Gewicht, gilt weiterhin der Termin zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche für den Glukosetoleranztest.“

Ein Frauenleben mit Diabetes

Bis vor wenigen Jahren wurde dem Unterschied zwischen den Geschlechtern beim Diabetes in der Medizin wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Bettina Blanc-Kauffmann ist Lehrerin, Mutter von drei gesunden Kindern und seit ihrer eigenen Kindheit an Diabetes Typ 1 erkrankt: „Ich selbst habe erst durch viele Gespräche mit anderen betroffenen Frauen und mit besonders engagierten Ärztinnen gelernt, dass wir Frauen auch beim Diabetes anders funktionieren als Männer. Ganz offensichtlich wird das natürlich während einer Schwangerschaft: stündlich Blutzucker messen – zweimal auch in der Nacht, fast wöchentlich ins Spital als Risikoschwangere, drei Schwangerschaftsdrittel mit jeweils unterschiedlichen Anforderungen an die Zuckereinstellung. Dazu kommen die ständige Angst und das Schuldbewusstsein gegenüber dem ungeborenen Kind.“

Als Lehrerin gibt Blanc-Kauffmann auch ihr Wissen über gesunde Ernährung und Bewegung an ihre Schülerinnen und Schüler weiter. Gerade bei diesem Thema ortet sie auch Verbesserungsbedarf in der Betreuung von Menschen mit Diabetes: „Für alle Menschen mit Diabetes sollte es Förderungen geben, wie beispielsweise Kostenbeteiligungen der Krankenkassen an Ernährungs- oder Bewegungsmaßnahmen.“

Frauen führen auch die ÖDG

Im Rahmen der ÖDG-Jahrestagung vom 16. bis 18. November in Salzburg geht die Leitung der Österreichischen Diabetes Gesellschaft an ein neues Vorstandsteam über. Passend zum Motto des Weltdiabetestages 2017 wird es ein Frauen-Team sein, das sich die nächsten zwei Jahre führend engagieren wird und passend zum Wissenschaftsfokus der Gesellschaft wird die Wissenschaftlerin des Jahres Präsidentin.

Der bisherige Präsident der Gesellschaft, Univ.-Prof. Dr. Hermann Toplak, betont abschließend: „Die Bedeutung von Diabetes für Betroffene, für die Wissenschaft und für die Gesellschaft wird in Zukunft weiter steigen. Bei mehr Menschen mit Diabetes wird auch der Bedarf an Menschen, die sie fundiert behandeln, beraten und begleiten, steigen. Die nächsten Jahre werden eine starke ÖDG brauchen – für eine intensive Förderung der Wissenschaft und ein engagiertes Zusammenarbeiten mit der Politik. Ich bin überzeugt, dass meine Nachfolgerin im Präsidentenamt, Frau Prof.in Kautzky-Willer, diese starke Stimme und bestimmende Kraft sein wird.“

World Diabetes Day Blue Monument Challenge

Seit 2008 erstrahlen am Weltdiabetestag am 14. November bekannte Gebäude und Sehenswürdigkeiten auf der ganzen Welt in blau. Die World Diabetes Day Monument Challenge wurde von der International Diabetes Federation (IDF) initiiert. International sind unter anderem das Empire State Building in New York, das London Eye und die Bronzefigur Die kleine Meerjungfrau in Kopenhagen dabei. Auf Initiative der ÖDG werden auch 2017 wieder ausgewählte österreichische Bauwerke, wie das Riesenrad in Wien, das Stift Klosterneuburg oder die Burg Liechtenstein in Maria Enzersdorf in blaues Licht getaucht.

Weltdiabetestag wurde 1991 von der IDF und der WHO ins Leben gerufen

Der Weltdiabetestag wird jedes Jahr am 14. November, dem Geburtstag des Insulin-Pioniers Frederick Banting, begangen. Banting konnte 1921 erstmals mit seinem Kollegen Charles Best Insulin aus der Bauchspeicheldrüse eines Hundes extrahieren und bei einem anderen Hund mit Diabetes dessen blutzuckersenkenden Effekt nachweisen. Er erhielt dafür noch im selben Jahr den Nobelpreis für Medizin. In Gedenken an seine Leistung wurde 1991 von der International Diabetes Federation (IDF) und der WHO der World Diabetes Day als Reaktion auf die wachsende weltweite Diabetesepidemie ins Leben gerufen. Seit 2007 ist der Weltdiabetestag als Folge der UN-Resolution 61/225 zu Diabetes offizieller United Nations Day. In den letzten Jahren hat sich der Weltdiabetestag zu einem jährlich wachsenden Event entwickelt, der weltweit Millionen Menschen in über 160 Ländern in ihrem Bemühen, Aufmerksamkeit und Bewusstsein für die Krankheit, ihre Prävention und Behandlung zu schaffen, vereint.

Weitere Informationen zum Weltdiabetestag erhalten Sie auf der Website der Internationalen Diabetes Föderation (IDF): idf.org

Neuer TV-Spot der ÖDG

Ab 12. November wird ein neuer TV-Spot der Österreichischen Diabetes Gesellschaft auf die hohen Herz-Kreislauf-Risiken bei Diabetes hinweisen. Als Hauptdarstellerin konnte der Publikumsliebling Jazz Gitti gewonnen werden. Alle Infos zum neuen Spot finden Sie unter facediabetes.at/risiko-herzinfarkt.html

Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG)

Die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) ist die ärztlich-wissenschaftliche Fachgesellschaft der österreichischen Diabetes-Experten und Diabetes-Expertinnen. Ordentliche Mitglieder der Gesellschaft sind Ärzte und Ärztinnen und wissenschaftlich einschlägig orientierte Akademiker und Akademikerinnen. Assoziierte Mitglieder sind Diabetesberater und Diabetesberaterinnen und Diätologen und Diätologinnen. Die Österreichische Diabetes Gesellschaft sieht es als ihre Aufgabe, die Gesundheit und Lebensqualität von Menschen mit Diabetes mellitus zu verbessern. Sie setzt sich daher für die Anliegen der Betroffenen ein. Sie fordert und fördert die stetige Verbesserung der Versorgung von Menschen mit Diabetes mellitus. Sie unterstützt die Forschung und verbreitet wissenschaftliche Erkenntnisse aller den Diabetes berührenden Fachgebiete sowohl zur Verbesserung der medizinischen Betreuung als auch zur bestmöglichen Vorbeugung von Neuerkrankungen.
Informationen über die Aktivitäten der ÖDG finden Sie unter oedg.at

Rückfragehinweis:
Public Health PR; Mag. Michael Leitner, MAS
Tel.: 01/60 20 530/91; Mail: michael.leitner@publichealth.at

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